a) Eckpunkte für ein gerechtes, soziales, stabiles wettbewerbliches und
transparentes Gesundheitssystem
„Wir haben ein Gesundheitssystem, um das uns die Welt beneidet…“
Koalitionsbeschluß vom 06.07.2010 beim Bundesgesundheitsministerium (pdf)
http://www.bmg.bund.de/cln_151/SharedDocs/Downloads/DE/Presse/Presse-2010/pm-10-07-06-gesundheitsreform-eckpunkte-anhang,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/pm-10-07-06-gesundheitsreform-eckpunkte-anhang.pdf
b) Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler: Reform sichert Finanzierung der
GKV langfristig - Einstieg in wettbewerbliche Neuordnung des
Gesundheitssystems geschafft - neuer Sozialausgleich schützt vor
Überforderung
Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums vom 06. Juli 2010
http://www.bmg.bund.de/cln_151/nn_1168278/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/pm-10-07-06-gesundheitsreform.html?__nnn=true
c) Stoppt die Kopfpauschale - Aktionsbündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale“
„Mit ihren Vorschlägen zur Finanzierung der Gesetzlichen
Krankenversicherung hat die schwarz-gelbe Bundesregierung einen
Offenbarungseid abgelegt. Die Koalition will die Kopfpauschale in
unbegrenzter Höhe einführen und den Arbeitgeberbeitrag einfrieren. Damit
würden künftig jegliche Kostensteigerungen bei den 70 Millionen
Versicherten abgeladen. "Eine deutliche und unsoziale Belastungswelle
kommt auf uns zu", betonte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach auf
der Fachtagung des Aktionsbündnisses „Köpfe gegen Kopfpauschale“ heute in
Berlin. Gesundheitsminister Rösler schwinge sich zum "Totengräber der
solidarischen Krankenversicherung" auf. Die Gewerkschaften werden den
Druck erhöhen – denn die Gesetzliche Krankenversicherung ist das Herzstück
des Sozialstaats.“ Rede von Buntenbach vom 07.07.2010 beim DGB (pdf)
http://www.dgb.de/themen/++co++1271c5fa-89b0-11df-6571-00188b4dc422
d) Reform der Kassenfinanzierung: Mehrbelastungen von mehr als 1000 Euro
möglich
„Die Koalition möchte Gesundheitsminister Röslers Pläne zur
Kassenfinanzierung als Reform verkaufen. Für Arbeitnehmer sind sie jedoch
ein Rückschritt. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied
der IG Metall hat nachgerechnet: Arbeitnehmer müssen mit möglichen
Mehrbelastungen von bis zu 1038 Euro jährlich rechnen…“ Pressemitteilung
der IG Metall vom 07.07.2010
http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-0A456501-497BD972/internet/style.xsl/view_4990.htm
e) Alles beim alten. Koalition beschloß »Gesundheitsreform«
Artikel von Rainer Balcerowiak in junge Welt vom 07.07.2010
http://www.jungewelt.de/2010/07-07/046.php
Aus dem Text: „… Nicht vergessen darf man dabei, daß die Akteure in diesem
System schlicht kein Interesse daran haben, daß Menschen dauerhaft gesund
sind. Wer aufgrund gesunder Lebensweise und guter Prophylaxe kaum
medizinische Leistungen in Anspruch nehmen muß, ist aus
betriebswirtschaftlicher Sicht sowohl für niedergelassene Ärzte als auch
für Pharmaunternehmen eine Katastrophe. Und genau deswegen wird dieser
Ansatz für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen nicht einmal ansatzweise
ernsthaft diskutiert. Mehr als Umverteilung und Leistungseinschränkungen
wird man daher von »Gesundheitsreformen« kaum erwarten können.“
f) Solidarität im Tiefkühlschrank. Arbeitgeberanteil für Krankenkassen
wird eingefroren / Beitragszahler sollen System sanieren
„Nach langem Taktieren hat die schwarz-gelbe Regierung die Katze aus dem
Sack gelassen. Gesetzlich Krankenversicherte werden künftig alle
Steigerungen der Gesundheitskosten im Wesentlichen allein tragen. Ihre
Zusatzbeiträge können ins Unendliche steigen, während der
Arbeitgeberanteil auf Jahre eingefroren wird…“ Artikel von Silvia Ottow im
ND vom 07.07.2010
http://www.neues-deutschland.de/artikel/174733.solidaritaet-im-tiefkuehlschrank.html
g) So schlimm wie die soziale Unwucht ist auch die Konstruktionsschwäche
der “Gesundheitsreform“
„Von den Kritikern der so genannten Gesundheitsreform (siehe Anlagen) wird
vor allem die schräge Lastenverteilung beklagt: zulasten der Arbeitnehmer,
zulasten der Beitragszahler, „vollkommen unsozial“, entgegen den
Versprechungen nicht mehr netto vom brutto, im Gegenteil. Diese Kritik ist
berechtigt. Aber sie ist einseitig und damit nicht massiv genug. Die neuen
Regelungen haben nicht nur eine Verteilungsschwäche, sie haben eine
massive Konstruktions- und Effizienzschwäche…“ Bewertung von Albrecht
Müller in den Nachdenkseiten vom 7. Juli 2010
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6127
h) Kapitulation vor der Klientel. Die schwarz-gelbe Gesundheitsreform ist
ein Kotau vor den Kostentreibern und ein Schlag ins Gesicht der
Arbeitnehmer
„Anstatt die Kosten zu senken oder die Basis für die Finanzierung zu
erweitern, wälzt Schwarz-Gelb alle künftigen Kostensteigerungen ganz
einfach auf die Beitragszahler ab. Der Glaube an funktionierende
Marktmechanismen und an den Wettbewerb im Gesundheitssystem ist ein
politisches Dogma. Diese Reform ist in ihrer gesamten Absurdität aber wohl
erst dann zu greifen, wenn man schaut, wer ungeschoren bleibt…“ Artikel
von Jens Berger in telepolis vom 08.07.2010
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32921/1.html
